Fehler passieren

Ich bin immer noch mit meiner nicht mehr so schönen weißen Wand beschäftigt. Genauer gesagt hat sie mich am Abend vom einschlafen abgehalten. Und zwar weil ich nicht greifen konnte, warum mich das so aufregt. Es ist behebbar. Zumindest die Wand. Mit dem Cut im Boden werde ich leben müssen – wobei wenn man es nicht weiß, sieht man es nicht. Von daher kann ich sicher damit leben. Ich ärgere mich trotzdem.

Zum einen habe ich mir eine neue Wohnung gekauft und das erste was ich machen muss – ist renovieren! Ich muss Farbe kaufen und Pinsel – ja ich habe NICHTS um einen Streifen an der Wand zu „reparieren“. Ich bin keine von diesen Frauen. Ich brauche für solche Dinge, jemand der mir hilft. Ich mache alles, aber mir muss man sagen, was ich tun soll. Jetzt muss ich Farbe kaufen, was nach meinem Wissen nur in 10 Kilo Verpackungen gibt?! – Ich brauche nur ganz wenig. Das sind genau die Dinge, wegen denen ich verzweifelt einen Nachmieter gesucht habe, um sie mir zu ersparen. Aber offensichtlich hatte ich nie eine Chance.

Ich muss mich jetzt wieder um Dinge kümmern, die ich vermeiden wollte – das ärgert mich. Und dass ich meinem Unmut nicht Luft machen „durfte“, weil derjenige der die Wand zerstört hat, ein Freund der Familie ist – der jetzt sowieso nicht mehr schlafen kann, wegen seines schlechten Gewissens – hat gestern Abend dann mir den Schlaf geraubt. Ich habe jedes Recht sauer zu sein. Und wenn es eben nicht ein Freund der Familie wäre, hätte ich sofort gefordert, dass mir die Kosten für die Farbe und den Arbeiter der mir jetzt meine Wand renovieren muss, bei der Rechnung für die Vorhänge abgezogen wird. Aber natürlich würde ich das nie in so einem Fall machen. Ich kann Fremde gut zur Rede stellen, doch Menschen die ich kenne und mag, da kann ich es nicht. Da kann ich nicht mein Recht einfordern.

Gut, vielleicht krieg ich sie sowieso günstiger – weil er ja ein schlechtes Gewissen hat. Aber so wollte ich das ganze trotzdem nicht. Vor allem muss ich jetzt wieder meine Kollegen bitten, mir auch dabei zu helfen – den der mich umsiedelt und meine Lampen montiert, darf jetzt auch noch Maler spielen. Ja, er wird es tun. Er hilft mir gerne. Aber deshalb ist es noch lange nicht gut. Und dass der Fauxpas von Anwesenden mit den Worten „Ach, das macht ihr Helfer schon“ überspielt wurde, macht es auch nicht gut.

Das belastet mich gerade am meisten. Dass ich meinen Frust nicht zeigen durfte, weil der Seelenzustand von jemand anderen wichtiger war, als meine Bedürfnisse. Ich musste wieder meine Gefühle zurückstellen, weil jemand anderer ja so viel sensibler ist, als ich. Weil ich die Starke sein kann, muss ich sie sein. Ich darf nicht sauer werden, weil der andere, ja sowieso schon ein schlechtes Gewissen hat. Das regt mich auf!!! Ich habe auch ein Recht auf meine Gefühle! Auch wenn es negative sind. Denn dadurch dass ich sie vor Ort nicht rauslassen „durfte“ habe ich sie mitgeschleppt bis spät Nachts.

Doch jetzt sind sie raus. Und wozu war das ganze jetzt gut?

Nach einer Stunde Telefonat mit der Person die mich „zurück gehalten hat“ bin ich jetzt schlauer. Doch dazu morgen mehr….

© Libellchen, 2014

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