Man kann seine Mitmenschen nicht ändern!

Ich habe es trotzdem jahrelang versucht. Wobei ich im privaten Bereich eher tolerant war, als im Büro. Meine Freunde habe ich immer so akzeptiert wie sie waren, manchmal war ich sogar zu nachgiebig. Ich passte mich immer den anderen an und verlor dabei mich selber. Im Büro war es genau umgekehrt. Immer wenn jemand mit mir zusammen arbeiten sollte, habe ich versucht die andere Person dazu zu erziehen, die Arbeit genauso ernst zu nehmen, wie ich es selbst es tue.

Doch weder der eine Weg, noch der andere, waren zielführend. Wenn ich mich selbst verbogen habe, hatte die Freundschaft automatisch ein Ablaufdatum. Ich konnte mich zwar zurück nehmen und zurück halten. Allerdings nicht ewig. Früher oder später kam es immer zum Disput. Das später hat auch schon mal 10 Jahre gedauert, auch wenn es mir von Anfang klar war, dass unsere Vorstellungen nicht zusammen passen. Ich habe ihn einfach toleriert und meine Meinung weitgehend für mich behalten.

Doch das frisst mich auf. Gerade bei Freunden ist die Zurückhaltung meiner Meinung, für mich total anstrengend. Doch die meisten Menschen haben ein Problem mit dem was ich über sie denke, von daher hielt ich einfach meinen Mund. Mittlerweile habe ich einen kleinen, aber feinen Freundeskreis von Menschen, die selbst mit sich und ihren Schwächen im reinen sind, so dass ich mich nicht bei jedem Wort zurück halten muss. Es gibt für mich nichts Schlimmeres als wenn Menschen, wo ich mich zurück halte um sie nicht zu verletzen, mir gegenüber immer und immer wieder austeilen. Ich habe viel Schwächen. Ich kenne sie. Ich kann aber auch damit leben.

Andere können das nicht. Weder mit meinen Schwächen, noch mit ihren eigenen. Gut dann sollen sie es lassen. Wenn sie mich mit meinen Schwächen nicht akzeptieren können, dann brauche ich sie auch nicht in meinem Leben. So viel zu der privaten Seite. Doch wie ist das im Büro? Wenn ich mit meinem Vorgesetzten ein Problem habe, dann muss ich mir einen anderen Job suchen oder lernen damit zu leben. Ganz einfach, oder? Gut, nicht immer findet man leicht einen Job, aber dann muss ich lernen damit zu leben. So sehe ich das. Meistens stehe ich allerdings da sehr einsam da mit meiner Meinung.

So lange mein Chef von mir nichts strafrechtlich Relevantes verlangt, mache ich was er sagt. Und wenn er will, dass ich meine Exceltabellen gelb einfärbe, mit weißer Schrift, mache ich auch das. Ist mir doch egal. Er ist der Boss, also schafft er an. Wieso ist das für viele Menschen so schwer zu verstehen? Und ich meine Ausnahmsweise nicht Anabel. Sie ist bei uns nicht die einzige, die damit Probleme hat. Es gibt bei uns viele, die sich für unersetzbar halten. Sogenannte Fachidioten. Sorry Leute, ich muss das mal genau so sagen. Es sind Sachbearbeiter die teilweise schon 20 Jahre, oder mehr in ihrem speziellen Fachgebiet arbeiten. Und ja, sie sind perfekt in dem was sie tun. Allerdings nur darin! Sie haben keine Ahnung von dem „Überbau“. Keine Idee von politischem Gefüge. Keine Vorstellung wie kompliziert das Büroleben, außerhalb ihres kleinen Reiches ist.

Und sie glauben, nur sie alleine könnten den Job machen. Und das ist der größte Irrtum. Ich kenne 100 Leute die sofort den Job übernehmen könnten, ohne mit der Wimper zu zucken. Die sich wahrscheinlich sogar freuen würde, für so eine standardisierte Idiotenarbeit so viel Geld zu verdienen. Und wahrscheinlich, sind sie mit ihrer Arbeit sogar unterfordert, deshalb tun sie nichts anderes als sich den ganzen Tag über ihren Chef aufzuregen. Sie wollen anderen erklären, wie es möglicherweise alles besser wäre – ohne den blöden Chef, der ja keine Ahnung hat – wenn nur jemand auf sie hören würde. Dabei übersehen sie aber, dass ein Chef normalerweise mehrere Mitarbeiter und selbst auch einen Chef hat. Man kann nicht immer allen, alles Recht machen. Diesmal geht es mal nicht um mich. Es ist nur etwas was ich rundherum beobachten kann. Kleinste Sachbearbeiter die sich wie Helden fühlen, weil sie ihren Minibereich perfekt bearbeiten können.

Doch was passiert wenn diese Menschen jahrzehntelang ungehört bleiben? Suchen sie sich einen neuen Job? Arrangieren sie sich mit der Situation? Nein! Sie regen sich jahrzehntelang über den Idioten als Chef auf und vergiften dadurch das gesamte Umfeld. Ich bin nur froh, dass die Geschichte, die den Auslöser für diese Geschichte gab, räumlich ein wenig von mir entfernt stattfindet. Schade, dass sich die Menschen gegenseitig so fertig machen müssen, statt sich ihr Leben angenehm einzurichten.

Als ich noch dachte Menschen ändern zu können, beschränkte sich das auf Mitarbeiter und Kollegen. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, meinem Chef sagen zu wollen, was er zu tun hat. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wieso es Menschen gibt, die das nicht lernen? Nun gut, auch diese Menschen kann ich nicht ändern. Doch ich kann sie ignorieren. Was ich auch tue. Wenn solche Menschen sich bei mir ausweinen wollen, wie arm sie nicht sind, verlasse ich mittlerweile den Raum. Ich brauch mir das nicht anhören, ist eh seit 10 Jahren dieselbe Leier.

© Libellchen, 2014

2 Kommentare zu “Man kann seine Mitmenschen nicht ändern!

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