Punkt 30 und 31

Nachdem ich den halben Feiertag damit verbracht habe, mir klar zu werden, was genau mich so störte, freute ich mich den restlichen Tag über die gelöste Erkenntnis! Und ich verwarf auch meinen Trotz. Als ich so sauer war, dachte ich ja ernsthaft darüber nach, die Vorhänge wo anders zu kaufen – einfach nur aus Trotz. Allerdings wäre die verschmierte Wand dann doppelt blöd gewesen. Denn das ausmessen wäre umsonst gewesen und ich hätte in die Wohnung fahren müssen, selbst ausmessen und dann wo anders Vorhänge kaufen. Außerdem hoffte ich auf das schlechte Gewissen – und einen entsprechenden preislichen Nachlass.

Also fuhr ich am Freitag ins Vorhanggeschäft. Natürlich verfuhr ich mich erstmal 4x – ich brauche definitiv ein neues Navi – Herr Google Maps ist nicht überall hilfreich! Da kam dann auch gleich mal wieder der Ärger hoch. Doch letztendlich fand ich das Geschäft und traf mich wie eine Keule. Ich war als Kind schon mal dort gewesen. Muss mit meinen Großeltern gewesen sein. Solche Erinnerungsflashbacks sind immer eine gewisse Herausforderung. Vor allem an Orten und zu Zeiten wo ich überhaupt nicht damit rechne!

Meine Laune war also beim Betreten des Geschäftes schon sehr angeschlagen. Sie stand sozusagen an der Kippe. Meine Mutter hatte das wohl geahnt und war zur Verstärkung angereist. Dort warteten schon Vorschläge auf mich. Sie hatten sich schon Gedanken gemacht und mir ein paar Beispiele hergerichtet. Ich fand dann auch bald einen Vorhang der mir gefiel, doch ich wollte zuerst die Rolläden, die keine Rolläden sind, aussuchen. Ich kriege nämliche bunte Plissee-Faltenstores. Ihr wisst nicht was das ist? Ich wusste es bisher auch nicht. Doch die haben mir so gefallen – gerade weil sie nicht Standard-Rolläden sind, dass ich sie unbedingt haben musste. Im Schlafzimmer und im Büro werden sie violett, im Wohnbereich mintgrün und darüber einen weißen Vorhang mit grau-schwarzem Muster.

Total edel! Wollte ich unbedingt haben, zumindest bis wir zum Preis kamen. Natürlich ist der Vorhang einer der teureren – wie könnte es auch anders sein. Dazu kommen noch die Karnisen. Als ich die Einzelpreise sah, wurde mir gleich ein wenig schlecht und ich begann mich nach Alternativen umzusehen. Das ist aber immer schwierig. Wenn ich schon etwas gefunden habe was mir gefällt, finde ich nicht leicht was anderes! Doch da kam mir dann das schlechte Gewissen zugute. Der Preisnachlass fiel höher aus, als erwartet und so machten wir eine Punktlandung auf meinem „Vorhangbudget“. Die neuen Matratzenüberzüge will er mir übrigens auch besorgen.

Und schon schoss meine Laune durch die Decke! Ich fiel dem Vorhangverkäufer und meiner Mutter um den Hals und fuhr glücklich zum nächsten Stopp. Nachdem das Möbelhaus wo ich meine bisherigen Möbel gekauft hatte, am Wochenende eine Aktion hatte – noch mal 15 % auf alles verbilligte – wollte ich mein Glück versuchen und hoffte auf Erfolg bei der Garderobe. Und tatsächlich! Ich habe eine gefunden!!!!! Und jetzt kommt es. Ich war zuvor bei demselben Möbelhaus in Vösendorf. Dort hätte ich für liefern und montieren innerhalb von Vösendorf € 200,– bezahlen müssen. Von Wiener Neustadt nach Vösendorf zahle ich jetzt € 130,–. Macht Sinn, oder? Jetzt hoffe ich nur dass die Garderobe auch passt. Die Breite und Höhe hatte ich zwar mit, doch die Tiefe wusste ich nicht. Ist aber egal, weil auf einer der beiden Seiten passt sie auf jeden Fall. Rechts weiß ich die Tiefe nicht, links habe ich 55 cm und brauche nur 36cm. Spätestens bei der Lieferung weiß ich dann ob meine Garderobe rechts oder links von der Tür kommt!

© Libellchen, 2014

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