Überfall am Morgen

Meine Freundin S. hatte einen Todesfall im Freundeskreis ihrer Eltern. Der beste Freund ihres Vaters und ihr Wahlonkel ist im Ausland tödlich verunglückt. Die ganze Geschichte hat sie mir am Dienstag in aller Ruhe erzählt und auch von den Unstimmigkeiten bei der Geschichte des Überlebenden und dessen Frau.

Ich habe ihr zugehört und mit ihr darüber in aller Ruhe gesprochen. So weit so gut.

Am Mittwoch hat sie mich dann gleich in der Früh mit ihrer neuesten Theorie überfallen. Und mit gleich in der Früh meine ich 6 Uhr 45 ohne Kaffee. Und die neue Theorie war sehr negativ. Der Freund würde lügen, seine Frau würde lügen, alle würden lügen, der Onkel könnte noch leben…. Weiterlesen

Ein Stück Vergangenheit

Vorige Woche ist etwas Tolles passiert. Ich bekam eine Freundschaftsanfrage auf Facebook. Von jemanden den ich erstmal nicht erkannte. Der Name war falsch und das Foto war „gemein“. Es zeigte zwar ein Gesicht, allerdings mit einer Kapuze, so dass man die Haare nicht sehen konnte und die Person hatte keinen Bart – sein „Erkennungszeichen“. Jetzt nehme ich normalerweise keine Freundschaftsanfragen von „Fremden“ an, doch irgend etwas an dem Foto hielt mich davon ab, die Anfrage abzublocken – wahrscheinlich waren es die Augen die ich erkannt habe. Ist auch das mindeste von mir!

Als ich nach Hause kam, schnappte ich mir den Laptop und schaute mir das Profil der Person an und dabei entdeckte ich auf den Fotos einen alten Bekannten – die einzige Konstante. Da reifte in mir ein Verdacht, sollte das wirklich ER sein. Also schaute ich mir das Profilbild mit einem anderen Foto – mit Bart und Haaren – parallel an. Und tatsächlich dieselben Augen! Er war es wirklich! Ich hatte schon oft nach ihm gesucht, aber da er mit falschem Namen angemeldet war, war meine Suche natürlich nicht erfolgreich gewesen. Er hatte es einfach probiert – da ich kein Foto von mir als Profilbild habe, hätte er auch falsch liegen können – da wir einen gemeinsamen Freund hatten. Weiterlesen

Marie – Kapitel 8

Marie war traurig und erleichtert gleichermaßen. Tom war nicht gekommen. Die Überlegung wie die Leute reden würden, war überflüssig gewesen. Er hatte sie versetzt. Gott sei Dank hatte sie ihr Buch mitgehabt. Sie hatte es gleich zu Beginn der Pause herausgenommen und begonnen darin zu lesen. Die ganze Zeit hatte sie die Tür im Auge behalten, doch er war nicht aufgetaucht. Und auch wenn sie enttäuscht war, so hatte zumindest niemand was mitbekommen. Sie las wie jede andere Pause auch. Außer ihr selbst wusste niemand, dass sie versetzt worden war. Und auch wenn sie erleichtert war, sich nicht der Rederei der anderen Schüler stellen zu müssen, so war sie doch traurig, dass er nicht aufgetaucht war. Weiterlesen