Ins Team einfügen

Meine alte Dienststelle hat sehr viel mit mir und meinem Selbstwertgefühl gemacht. Mitarbeiter die sich verweigert haben, Kollegen die einen in den Rücken gefallen sind, Personalvertretung die einen ständig gemaßregelt hat und ein Personalchef der jahrelang meine soziale Kompetenz in Frage gestellt hat.

Jetzt bin ich leider kein Mensch an dem solche Dinge spurlos vorüber gehen. Im Gegenteil. Ich suche den Fehler immer noch als erstes bei mir. Auch wenn ich mittlerweile gelernt habe, dass es nicht immer an mir liegen muss und ich so auch schon mal weitersuche. Aber irgendwas bleibt immer hängen. Ganz tief drinnen in meinem Herzen nämlich. Der Zweifel nicht genug zu sein. Den ich schon habe seit ich denken kann. Die Wurzel dafür liegt natürlich in meiner Kindheit, doch die Menschen die mir im Laufe des Lebens begegnet sind, haben diesen Zweifel auch immer irgendwie genährt. Also nicht alle Menschen, aber leider zu viele. Weiterlesen

Netzwerken

Ich bin ja eigentlich keine allzu gute Netzwerkerin, weil ich mich nicht verstellen kann. Wenn ich jemand mag, halte ich Kontakt. Wenn ich jemand nicht mag, vermeide ich Kontakt. Mit jemand in Kontakt zu bleiben, den ich eigentlich nicht mag, nur weil er oder sie mal „nützlich“ sein könnte, schaffe ich einfach nicht.

Netzwerken ist im öffentlichen Dienst aber sehr wichtig. Vor allem wenn mal wieder Umorganisation ansteht! Was bei uns ja ca. alle fünf Jahre ist. Jetzt geht es mal wieder richtig los und alle rufen ihre Netzwerke an.

Wobei ich meine wichtigste Option schon vor zwei Wochen angerufen habe. Allerdings nur um zu plaudern. Lange hatte sie nicht Zeit, aber fünf Minuten zwackte sie für ein Gespräch mit mir ab. Wir tauschten uns aus, hatten fünf gut Minuten miteinander. Sollte die Option „zurück zur alten Dienststelle“ bei mir auftauchen, werde ich sie wieder anrufen. Und sie wird es verstehen und mir wenn möglich helfen. Sie wollte nämlich auch unbedingt weg. Wegen teilweise den selben Leuten und teilweise anderen. Doch sie versteht mich und sitzt von allen Menschen die ich kenne und mag, am nähesten beim Minister. Weiterlesen

Besuchstour

Weihnachten habe ich wieder mal bei meinem Vater und meiner Stieffamilie verbracht. Am 26. war ich dann mit meiner Mutter bei meiner Großmutter. Meine Großmutter die mich großgezogen hat, im Vergleich zu meinem Einmal-im-Monat-Besuchstag-Vater mit angeheirateter Familie. Und jetzt ratet mal wo ich mich wohler gefühlt habe. Richtig. Bei meinem Vater!

Meine Stiefmutter ist eine richtige Mutter. Sie hat ihre 2 Söhne großgezogen, kocht gerne, ihr Haus ist ein richtiges Nest und sie behandelt mich, wie eine Freundin. Sie hört mir zu, geht auf mich ein, kauft mir Weihnachtsgeschenke, die ich brauchen kann und die mir gefallen. Sie ist der Typ liebevoller Kümmerer, eine Schulter zum anlehnen. Meine Großmutter wiederum kenne ich seit ich denken kann und sie hat sich seitdem nicht wirklich verändert. Allerdings ist das nicht gerade gut. Weiterlesen

Soziale Kompetenz

Das wahrscheinlich größte Thema meines Lebens. Zu der Zeit wo andere den Umgang mit Fremden lernen, nämlich als Kinder, saß ich zu Hause und übte mich in der Beobachterrolle. Meine Großeltern waren übervorsichtig bei meiner Erziehung, daher hatte ich keinen Umgang mit anderen Kindern, außer in der Schule. Da ich an keiner Freizeitaktivität der anderen Kinder teilnehmen durfte, hatte ich allerdings keine Freunde und wurde zum Mobbingopfer. Damals wollte ich nichts anderes als Freunde finden. So viel zur Ausgangslage.

Als ich den Alkohol entdeckte und aufhörte zu denken, fand ich Freunde. Einfach indem ich, ich selbst war. Einmal gefunden, wollte ich sie nicht mehr hergeben und passte mich an, bis zur Selbstverleugnung. Ich tat alles um gewonnene Freunde zu behalten. Das brachte mir unzählige emotionale Verletzungen ein, da ich auf meine Gefühlen herumtrampeln lies. Irgendwann wurde es mir dann immer zu viel und ich zog eine Grenze. Diese wurde allerdings nie beachtet, da ich ja sonst auch alles mit mir machen lies. Wenn ich dann auf der Einhaltung meiner Schmerzgrenze beharrte, war dies normalerweise das Ende einer Freundschaft. Weiterlesen