Teddy – Kapitel 18

Teddy saß wieder mal verwirrt in ihrem Bett. Sie hatte schon wieder geträumt, doch diesmal brauchte sie Berasi nicht für die Analyse. Diesmal war es um Eifersucht unter Freunden gegangen. In ihrem alten Leben hatte es einen Mann gegeben, der hatte in ihren Augen heller gestrahlt als andere. Doch seit sich die Welt verändert hatte, hatte sie nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. Doch ihr Traum hatte sich auf ihr früheres Leben bezogen. Auf die Zeit, wo sie sich regelmäßig gesehen hatten und sie viel Zeit gemeinsam verbracht hatten. Sie hatte sich in seiner Nähe immer ausgesprochen wohl gefühlt. Hatte die gemeinsame Zeit sehr genossen. In ihrem Traum hatte er plötzlich keine Zeit mehr für sie gehabt. Hatte seine Zeit lieber mit anderen verbracht, nicht mit ihr. Und das hatte schrecklich weh getan.

Genau genommen tat es immer noch weh, obwohl sie mittlerweile munter in ihrem Bett saß. Sie wusste dass es nur ein Traum war, oder auch eine Erinnerung an eine längst vergangene Zeit. In der Vergangenheit hatte sie oftmals Situationen erlebt, wo sie sich zurückgewiesen gefühlt hatte. Dank Berasi´s gestriger Ansprache wusste sie allerdings bereits, dass diese Eifersucht daher kam, dass sie ein mangelhaftes Selbstbewusstsein und Angst vor Zurückweisung hatte. Es wurde echt Zeit, dass sie ihre Probleme lösen würde, sie wollte nämlich mal wieder länger schlafen. Diese Alpträume waren echt nicht lustig und sie belasteten sie noch lange nachdem sie wach war. Weiterlesen

Teddy – Kapitel 17

…. Fortsetzung von

Sie setzte sich mit ihrem Kaffee auf ihre Terrasse und beobachtete gedankenverloren die Dämmerung. Sie dachte gerade über ihren Traum nach, als sie eine Bewegung auf Berasi´s Terrasse wahrnahm. Er konnte offensichtlich auch nicht schlafen. Sie winkte ihm zu, auch wenn sie sich nicht sicher war, ob er sie überhaupt sehen konnte. Doch er hatte sie gesehen und so stand er 5 Minuten später ebenfalls mit einem Kaffee auf ihrer Terrasse. Und natürlich wollte er wissen, warum sie schon auf sei. Normalerweise rege sich um diese Uhrzeit noch nichts in Sindames. Normalerweise? Er war wohl ein Frühaufsteher, dachte Teddy bei sich. Da sie ohnehin das geträumte verarbeiten musste, erzählte sie Berasi ihren Traum. Vielleicht hat er ja eine Idee was das sollte. Als sie geendet hatte, fragte er sie nur „Und warum bist du wütend?“ Warum? War das nicht klar? Ihr Freund hat sie betrogen! „Bist du denn auf ihn wütend?“ „Na klar, auf wen den sonst?“ Doch während Teddy das sagte, spürte sie dass es nicht stimmte.

Sie war auf sich selbst wütend. Weil sie es mal wieder verbockt hatte. Das war doch Blödsinn. Sie hatte gar keinen Freund, das war nur ein Traum, wieso fühlte es sich bloß so real an? „Weil du reinfühlen sollst“ war Berasis schlaue Antwort. Sie mochte ihn ja, aber hin und wieder konnte er echt nerven. Wo rein fühlen? In ihre Versagensängste? In die Angst nicht gut genug zu sein? Nicht liebenswert zu sein? Es nicht wert zu sein, geliebt zu werden? „Ja!“ Seine Antworten wurden echt immer kürzer. Aber er hatte recht. Sie hatte so viele alte Verhaltensweisen hier in Sindames geändert, doch das Thema Beziehungsunfähigkeit hatte sie bisher sorgsam ausgespart. Sie hatte ja auch keine Beziehung, also brauchte sie sich auch nicht darum kümmern. Weiterlesen

Neuanfang – Kapitel 3

Und was jetzt? Wie geht es weiter? Die verwirrte Seele wusste es nicht. Sie hatte vieles falsch gemacht in ihrem letzten Leben, doch das konnte sie jetzt nicht mehr ändern. Es war vorbei. Sie konnte nicht mehr um Verzeihung bitten und sie konnte das Rad der Zeit nicht zurück drehen. Sie hatte so vieles falsch gemacht und jetzt war sie hier. Doch wie geht es jetzt weiter?

Die Erinnerungen in ihrem Leben wurden immer vollständiger. Sie konnte sich wieder an ihr gesamtes Leben erinnern. Und sie sah auch das gesamte Leben ihrer Hinterbliebenen. Und was sie da sah konnte sie kaum glauben. Sie hatte ihre Nachfahren gar nicht wirklich gekannt. Hatte nie erkannt welche tollen Menschen sie geworden waren. Hatten nie gesehen was sie alles leisteten in ihrem Leben. Das machte die verwirrte Seele traurig. Sie hatte so viele böse Worte zu ihnen gesagt. Hatte sie ihr Leben lang versucht klein zu halten. Doch sie hatten sich erfolgreich gewehrt. Waren ausgebrochen und hatten sich ein eigenes Leben aufgebaut.

Doch sie, die verwirrte Seele wollte das nicht sehen und so hatte sie es auch nicht gesehen. Sie hatte das wahre Ich der Menschen in ihrer Umgebung nie wahr genommen. Hatte nur gesehen, was sie sehen wollte. Hatte nicht darauf geachtet, was sie erzählt haben. Hatte sich nicht darum gekümmert, dass sie der Seele das wahre Ich gezeigt haben. Sie war zu sehr darauf konzentriert gewesen, sich in Selbstmitleid zu baden, dass sie sich um die Menschen die sie geliebt hatten, nicht kümmerte. Und sie hatte diese Sichtweise an ihre Nachkommen weiter gegeben. Auch sie hatte lange Jahre ihres Lebens verschwendet. Hatten sich darauf konzentriert, was ihr Umfeld von ihnen wollte. Hatten versucht die verwirrte Seele stolz zu machen. Doch vergeblich. Weiterlesen