Zwischen Leben und Tod

Der Kontrast den ich mir in den letzten beiden Tagen gegeben hatte, könnte nicht größer sein. Gestern am Nachmittag die Drillinge besucht. Kinderlachen und Geschreie. Mit dreijährigen sinnlose Spiele gespielt und dafür mit einem Lächeln belohnt worden. Gibt es etwas Lebendigeres als kleine Kinder? Also sicher nicht als diese drei!

Das Essen mit ihnen geteilt, eine Milka-Tender-Torte bekommen, Gehüpfe, Gerenne und Herumgetobe. Ihnen beim Baden zugeschaut und langsam, ganz langsam einen leichten Draht zu ihnen aufgebaut. Das Mädel hat zwei Stunden mit mir und vier Duplo-Steinen gespielt und jedes Mal wenn sie mich angelächelt hat, ging das ganz tief in meine Seele.

Zurück zu Hause blieben Fernseher und Radio allerdings aus. Zu laut war der Nachmittag verlaufen, ich wollte einfach nur mal kurz die Stille genießen.

Stille hatten wir heute Vormittag am Friedhof genug. Zu früh war ich vor Ort, also suchte ich die „alten“ Gräber. Von Vorfahren die ich nie kennen gelernt hatte, die meine Großeltern aber immer aufgesucht hatten. Und ich wurde fündig. Am Rückweg kam ich dann bei einem Grab vorbei in dem ich meine Großeltern väterlicherseits vermute – die Sterbejahre und der Nachnahme stimmen, doch bei den Namen bin ich nur zu 80 % sicher. Aber Papa kann mir da sicher weiterhelfen… Und so besuchte ich – wahrscheinlich – alle meine Vorfahren heute Vormittag am Friedhof.

Und so habe ich innerhalb von 24 Stunden Glück und Trauer untergebracht. Alles noch schön im alten Jahr. Ins neue Jahr starte ich dann gleich und doch ganz anders. Ich habe jetzt keinen Grund mehr in die alte Heimat zu fahren. Und doch fühle ich mich mit dem kleinen Ort verbunden. Jedes Mal wenn ich durch den Ort fahre kommen tausend Erinnerungen hoch und die Traurigkeit meiner Jugendjahre ist wieder da, als wäre sie nie weg gewesen. Auch wenn meine Großeltern nicht mehr leben, habe ich mit meiner Vergangenheit noch nicht abgeschlossen. Es wird nichts helfen, ich werds mir von der Seele schreiben müssen….

Doch jetzt ist es erstmal gut. Jetzt werde ich mal gemütlich rüber rutschen. Auf, in ein neues Jahr. Ein tolles Jahr – ich kann es fühlen, es wird herrlich werden! Ich bin bereit!

© Libellchen, 2015

2 Kommentare zu “Zwischen Leben und Tod

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