Margit´s Schweinehund

Es gibt nur ein paar Menschen die ich befrage ob sie mit mir wandern gehen wollen. Nicht weil ich die anderen nicht um mich haben möchte, sondern weil ich glaube zu wissen, dass sie nicht mitgehen wollen. Eine davon ist Margit. Da sie sogar beim Nordic Walken, während der Dienstzeit, eine Ausrede nach der anderen gesucht und gefunden hat, um nur nicht mitgehen zu müssen, bin ich nie davon ausgegangen dass sie am Wochenende würde wandern wollen.

Umso überraschter war ich, als sie am Mittwoch fragte, ob sie am Donnerstag mitkommen kann. Da ich die Strecke ja ein wenig unterschätzt hatte, sagte ich gerne zu. Ich dachte es wäre schon nicht so schlimm und das könnte sie auch schaffen. Sie war plötzlich total euphorisch und ich merkte, dass sie es ernst meint. Wir vereinbarten, am Donnerstag gegen 8 Uhr zu telefonieren, da wir um 9 Uhr aufbrechen wollten.

Als ich am Donnerstag um kurz nach 8 Uhr bei ihr anrief, weckte ich sie allerdings auf. Sie hatte sich zwar den Wecker gestellt gehabt, doch da sie sich ein wenig verkühlt hatte, war sie nicht mehr sicher, ob sie mitgehen solle… Nach langem hin und her – ich wollte ihr nicht sagen, ob sie es schafft oder nicht – sagte sie mir schließlich ab. Mir war das schon klar als ich merkte, dass ich sie aufgeweckt hatte, doch sie rang trotzdem mit ihrem Schweinehund und verlor! Und ich musste in mich reinlächeln. Ich kenne den Kampf mit dem Schweinehund von früher zur Genüge. Mittlerweile hält er beim außer Haus gehen die Klappe.

Mein Schweinhund wird dann nach der ersten Stunden wandern aktiv. Da fängt er an mir zu erzählen, dass wenn ich jetzt umdrehe, bald wieder auf meiner Couch sein könnte. Er will mich dazu bringen, die Ausflüge frühzeitig zu beenden. Das geht so lange, bis ich bei der Hälfte der Strecke angekommen bin – bei Rundwanderwegen. Ab dem Moment wo es keinen Sinn mehr macht umzukehren, ist er ruhig. Doch bis dahin lässt er nichts unversucht, um mich umzustimmen.

In diesem Fall hat Margit´s Schweinehund sie vor unnötigen Schmerzen bewahrt. Wobei ich mit ihr sowieso nicht so weit gehen hätte können. Wir wären allerspätestens nach einem Drittel umgekehrt. Alleine habe ich meinen Schweinhund ignoriert und bin immer weiter gegangen. Und im Großen und Ganzen war es ein toller Feiertag, auch wenn ich am Nachmittag mit schmerzenden Gliedern in die Badewanne gesunken bin. Doch nachdem ich meine Blasen verarztet hatte und auf der Bank auf meinem Balkon in der Sonne lag, war fast alles wieder gut.

Am Freitag nutzte ich den Werktag und ging zu Fuß zur Post und anschließend einkaufen. Ich schlenderte durch den Ort, wie ich es auch im Urlaub tun würde und so kam ganz automatisch Urlaubsfeeling in mir hoch. Toll! Ein langes Wochenende mit schönem Wetter und schon fühle ich mich wie im Urlaub.

© Libellchen, 2015

3 Kommentare zu “Margit´s Schweinehund

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s