Mein Weg

Wolfgang hat mir bei unserer Diskussion ja einiges vorgeworfen, worüber ich auch nachgedacht habe. Das tue ich eigentlich immer, auch wenn ich es nicht immer kommuniziere. Ich habe noch immer über Input von Außen nachgedacht. Manchmal hat mich so ein Input auch zum Umdenken bewegt, aber halt nicht immer. Ich weiß ziemlich genau wer ich bin. Ich kenne meine Stärken, aber auch meine Schwächen. Da ich Schwäche nicht mag, habe ich in den letzten Jahren einen Weg gesucht und auch gefunden, wie ich mit meinen Schwächen leben kann. Ich trickse mich dabei selbst aus und bin mir dessen auch voll bewusst.

Ich habe ein Problem mit Druck von Außen. Mich können andere Menschen extrem stressen indem sie mir materiellen Druck machen. Geld haben oder nicht, ist ein großes Thema. Zumindest so lange, bis mir klar wurde, dass ich viel zu sehr auf die Meinung anderer gehört habe. Ängste von anderen haben mich oftmals emotional überrollt und ich habe mich dann wegen Probleme anderer selbst fertig gemacht. Ich weiß dass alles und habe mir mein Leben entsprechend eingerichtet. Ich lasse mich nicht mehr von anderen Menschen fertig machen, doch das geht nur, wenn ich mich abgrenze. Ich habe meine Grenzen kennen gelernt und gelernt, wie ich einfordere dass sie eingehalten werden. Seitdem geht es mir emotional bedeutend besser. Ich bin nicht mehr ein Spielball der Gefühle, Emotionen und Ängsten anderer. Und das gut so. Und dann kommt da Wolfgang daher und wirft mir vor, auf dem falschen Weg zu sein, denn so wie ich das mache, ist es falsch. Das Leben gehört anders gelebt. Nur wer spontan ist, ist glücklich. Nur wer keine Grenzen hat, ist frei.

Und ich versuche ihm zu sagen, dass das für ihn stimmen mag, doch ich da anders ticke. Doch das wollte er nicht einsehen. Er wollte mir sein Weltbild überstülpen. Doch die Zeiten wo das bei mir funktioniert hätte, sind vorbei. Vor ein paar Jahren wäre er allerdings erfolgreich gewesen. Da hätte ich mich ganz nach ihm gerichtet. Hätte meinen Instinkt unterdrückt und hätte ein Leben gelebt, dass nicht meines ist – auch das habe ich schon hinter mir! Doch heute weiß ich genau, wo meine Wünsche enden und die meiner Mitmenschen beginnen. Und ich bin da auch mittlerweile unbeugsam, was aber auch etwas mit meiner Erfahrung zu tun hat. Früher habe ich immer nachgegeben, auch wenn meine Intuition laut und deutlich „Nein“ geschrien hat. Doch ich wollte ja nicht egoistisch sein. Wollte nicht meinen Willen durchsetzen. Wollte von anderen geliebt werden. Doch genau diejenigen die mir immer ihren Willen aufzwangen, waren diejenigen die mich früher oder später – nachdem sie mich nicht mehr brauchten – sowieso fallen ließen.

Also wieso nicht einfach gleich auf die Intuition hören, die Menschen die mich nur ausnutzen wollen, gleich mal mit meinem Egoismus vertreiben und weiterhin glücklich vor mich hin leben? Das ist der Jetztstand. Natürlich entwickle ich mich auch weiter – da muss ich Wolfgang recht geben – allerdings in meinem Tempo. Von mir jetzt sofort eine Weiterentwicklung einzufordern, die Mann gerne hätte, funktioniert nicht. Man kann mir Anregungen geben, Vorschläge machen – ich werde darüber nachdenken. Tue ich immer. Doch ob und was ich davon für mich herausnehme, das ist immer noch meine Entscheidung. Genauso wie das wann. Ich habe keine Ahnung wo ich in 10 Jahre stehe, doch ich werde – so Gott will – in meinem Tempo dorthin kommen. Ich gehe meinen Weg. Man kann mir gerne Wegweiser aufstellen, doch in welche Richtung ich mich bewege, dass kann Mann getrost mir überlassen. Wird er auch müssen. Und wenn er mit meinen Entscheidungen nicht leben kann, so ist das sein Problem. Ich bin Egoist genug nur wert darauf zu legen, dass ich mit meinen Entscheidungen leben können muss. Ich allein bin für mich und meine Handlungen verantwortlich. Also muss auch ich allein, mit all meinen Taten leben müssen.

Natürlich gibt es auch Menschen, die mich trotzdem mögen, auch wenn sie nicht mit all meinen Entscheidungen einverstanden sind. Die nenne ich dann entweder Familie oder Freunde. Wobei auch nicht alle in meiner Familie damit zurecht kommen. Doch auch das ist dann deren Problem dass sie dann entweder lösen oder behalten dürfen. So wie ich versuche niemand anderen ändern zu wollen, so nehme ich mir für mich mittlerweile auch das Recht heraus. Ich bin wie ich bin. Akzeptiert mich so, oder zieht von dannen!

Achja und an alle die mir immer wieder sagen müssen, dass sie mich anstrengend finden. Nur weil ich nicht dauernd kommuniziere dass ich dich als anstrengend empfinde, heißt es nicht das es nicht so ist…..

© Libellchen, 2014

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