Die Pille danach

Sorry Papa, ich weiß die Vorstellung dass ich Sex habe wird dir nicht gefallen – kommt aber eh nur 2x in einem Jahrzehnt vor, von daher, dass wirst du schon aushalten! Ah ich habe meinen Sarkasmus wieder. Irgendwie habe ich das Gefühl diesmal mein Problem in Extremzeit zu verarbeiten – so wie es auch über mich hereingebrochen ist. Läuft gerade irgendein Planet rückwärts?

Zur Pille danach. Ich denke es waren wahrscheinlich unnötige 13 Euro, doch als ich am Montag mit Bauchschmerzen erwachte, schoss mir der Gedanke an die Pille danach durch den Kopf. Bisher war ich noch nie in so einer Situation, von daher war ich mir nicht sicher, ob ich einen Arzt brauche. Also habe ich um 5 Uhr morgens mit dem Handy danach gegoogelt. Als ich las, dass eine Apotheke reicht, habe ich nachgeschaut wann unsere Apotheke aufsperrt, hab meinen Wecker neu gestellt und hab mich noch mal umgedreht. Natürlich konnte ich nicht wieder schlafen. Dazu war mein Kopf zu munter. Ich begann mein Problem frühmorgens aufzuarbeiten. Also beschloss ich aufzustehen und mir einen Kaffee zu machen – wenn schon kein Schlaf, dann wenigstens Kaffee.

Kurz vor acht fuhr ich dann in die Apotheke. Die Tür stand einladend offen und ich überwand mich und ging hinein. Gott sei Dank waren nur zwei Verkäuferinnen drinnen und keine anderen Kunden. Ich stammelte ein „Ich brauche die Pille danach.“ Die Verkäuferin war sehr diskret und fragte nur, ob es eh noch keine 72 Stunden her sei. Das veranlasste mich zu einem „Nein, gestern Nachmittag.“ Keine Ahnung wie ich mit meinen verheulten Augen auf sie gewirkt haben muss. Doch sie blieb nett und zuvorkommend und erklärte mir dass ich wenn ich in diesem Zyklus noch mal Sex habe, die Pille danach natürlich nicht wirken würde. Am liebsten hätte ich gesagt „Keine Sorge ich habe nur alle paar Jahre mal Sex.“ Konnte mir aber gerade noch so auf die Zunge beißen.

Als ich die Apotheke verließ, stellte sich eine gewisse Erleichterung bei mir ein. Zumindest das sollte nicht zum Problem werden. Als ich den Beipackzettel las, revidierte sich diese Euphorie allerdings auf 84 %. Aber was solls….Ich hab sie dann zwar erst im Büro genommen, doch die Verpackung habe ich natürlich wieder mit nach Hause genommen. Gott sei Dank war Margit am Montag nicht im Büro und so konnte ich in Ruhe Trübsal blasen. Der erste dem ich an diesem Tag in die Arme lief – wie sollte es auch anders sein – war der süße Typ. Und er sah natürlich sofort, dass ich verheult war – er kannte mich in diesem Zustand ja auch! Netterweise fragte er nicht nach und lies mich in meinem Elend alleine. Ich versuchte dann den ganzen Tag mich abzulenken – ich wollte nicht ein neues Tränenmeer starten – doch es ging mir einfach nicht gut. Wenn ich Gefühl unterdrücke – weil ich zum Beispiel im Büro tränenfrei über den Tag kommen will – dann bekomme ich Magen- und Kopfweh. Dazu kam am Montag dann auch noch Schwindel, also machte ich mich um 2 Uhr vom Acker.

Zu Hause angekommen gönnte ich mir eine halbe Stunde am Balkon in der Sonne und ein leckeres Abendessen. Alles in allem ging es mir am Montagnachmittag dann erstaunlich gut. Ich wusste zwar immer noch nicht was ich will, doch es wurde schön langsam deutlicher, was ich nicht will…..

© Libellchen, 2014

2 Kommentare zu “Die Pille danach

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