Drehbuch der Liebe – Teil 39

„Aksel Jostos!“

Oh mein Gott. Er hatte es geschafft. Er hatte tatsächlich gewonnen. Und da kamen mir dann doch noch die Tränen. Allerdings vor Freude und nicht nur mir. Auch Camilla heulte. Wir waren aufgesprungen und jubelten. Also fiel ich doch noch auf. Aber nicht nur die Kameras waren plötzlich auf mich gerichtet, auch Aksel sah meine Freude. Und da sah ich etwas in seinen Augen. Ein aufblitzen alter Gefühle. Er hatte mich tatsächlich noch nicht vollständig aus seinem Herzen gestrichen. Camilla hatte Recht, es gab noch eine Chance.

Er hielt eine sehr gefühlvolle Rede. Er dankte uns allen aus dem Team und als er davon sprach, dass seine Eltern leider diesen Tag nicht mehr erleben durften, heulte ich wieder los. Von der restlichen Zeremonie bekam ich nichts mit. Aksel hatte gewonnen und er hat noch Gefühle für mich, das waren die einzigen 2 Gedanken zu denen ich fähig war. Ich war am Ende meiner Kräfte. Die letzten Monate waren so anstrengend gewesen und diese Aufregung rund um mich, raubte mir die letzte Kraft. Und so flüchtete ich direkt nach dem offiziellen Teil durch einen Seiteneingang. Als ich gerade bei der Tür rausgehen wollte, spürte ich einen Blick in meinem Rücken und als ich mich umdrehte, sah ich dass Aksel mich beobachtete. Ich hob die Hand, winkte ihm und verschwand. Ich wußte nicht ob er es verstand, doch ich wollte auch nicht auf eine Reaktion von ihm warten. Ich suchte mir ein Taxi und fuhr ins Hotel.

Dort erwartete mich bereits meine hungrige Cammy. Ich stillte sie und schlief dabei ein. Meine Mutter muss sie ins Gitterbett gelegt haben, denn als ich am nächsten Morgen erwachte, schlummerte sie friedlich in ihrem Bettchen. Und ich hatte tatsächlich 8 Stunden Schlaf bekommen. Das erste Mal seit langem! Ich fühlte mich richtig toll. Doch dann fiel mir das bevorstehende Gespräch wieder ein und das flaue Gefühl im Magen kam zurück. Als ich auf die Uhr sah, merkte ich, dass ich in die Gänge kommen musste. Aksel würde in einer Stunde hier sein. Da Cammy schlief, gönnte ich mir ein ausgiebiges Bad. Ich entspannte eine Viertelstunde in der Badewanne, mit einem entspannenden Schaumbad. Welch ein Luxus! Der Tag hatte sehr gut begonnen, ich konnte nur hoffen, dass es auch so weitergehen würde. Ich verdrängte meine Angst und konzentrierte mich darauf, mich selbst und Cammy fertig zu machen. Ich fütterte sie noch mal, wechselte ihre Windel und zog ihr, ihr süßestes Outfit an. Nicht das sie das brauchte, sie war sowieso das süßeste Kind das es gab, doch ich wollte dass sie so richtig hübsch war, wenn sie ihren Vater kennen lernen würde. Bei mir selbst dauerte es ein wenig länger das richtige zu finden. Ich wollte nicht zu sexy sein, aber auch nicht wie ein Penner aussehen. Nicht zu leger, nicht zu aufgetakelt. Und als ich endlich etwas gefunden hatte, spuckte es mir Cammy an und ich musste weiter suchen. Schließlich entschied ich mich doch für leger. Eine Jean und ein bequemes Shirt. Ich würde das Gespräch nur gut über die Bühne bringen, wenn ich mich wohl fühlte, also brauchte ich auch Klamotten, in denen ich mich wohl fühlte.

© Libellchen, 2014

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2 Kommentare zu “Drehbuch der Liebe – Teil 39

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